Elsemarie Maletzke, Jane Austen. Eine Biographie

Wieder einmal habe ich nach Jahren zu einer deutschsprachigen Biographie über Jane Austen gegriffen, die ich für die beste halte, die mir bislang in die Finger gekommen ist: Elsemarie Maletzke, Jane Austen. Eine Biographie. Es wird nicht nur Jane Austens Lebensweg nachgezeichnet, sondern auch pointiert Stellung bezogen zur Einschätzung ihrer Mitmenschen, der Nachwelt und nicht zuletzt Jane Austens über sich selbst und ihr Schaffen.

Natürlich ist die Quellenlage dünn. Dennoch gelingt es Maletzke, anhand dieses Materials plausibel zu machen, wie Jane Austen gedacht haben mochte, wie sie gewesen sein könnte – jenseits der Mythen, die die nachfolgenden Generationen über sie und ihre Arbeit geschaffen haben.

Trotz der Lücken, die durch zerstörte oder zensierte Briefe klaffen, zeichnet Maletzke das Bild einer Frau, die sich durchaus bewusst war, welchen Wert ihr Schreiben hatte, auch wenn es von ihren Mitmenschen belächelt oder offen kritisiert wurde. Der Mensch hinter den Werken der Weltliteratur, die Jane Austen geschaffen hat, wird so deutlich. Maletzke umschifft außerdem die Klippen der Spekulation, die es rund um Jane Austens vorhandenes oder nicht vorhandenes Liebesleben gibt. Letztlich wird man als Nachlebender nämlich damit leben müssen, nicht zu wissen, ob die Autorin bei den Beschreibungen inniger Liebe auf einen eigenen Erfahrungsschatz zurückgreifen konnte oder nicht – so sehr man das auch bedauern mag.

Insgesamt kann ich die Lektüre dieser Biographie vorbehaltlos empfehlen, auch als kurzweiliges Vergnügen, nicht „nur“ als Informationsquelle.

[Elsemarie Maletzke, Jane Austen. Eine Biographie, 1997, erschienen bei Schöffling & Co.]

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