Jane Austen – Biographien

Heute sollen zwei Biographien vorgestellt werden, die sich in Aufmachung und Umgang mit Details zwar unterscheiden, aber dennoch beide in ihren unterschiedlichen Ansätzen erhellende Erkenntnisse für das tiefere Verständnis der Werke Jane Austens bieten.

Austen-Leigh, William/Austen-Leigh, Richard A.: Jane Austen. Die Biographie, Ullstein Berlin 1998.

Richard Austen-Leigh und sein Onkel William Austen-Leigh, direkte Nachfahren eines Neffen Jane Austens, veröffentlichten 1913 die erste Ausgabe von „Life and Letters of Jane Austen“. Deirdre Le Faye übernahm die Neubearbeitung, wodurch eine umfassende Biographie Jane Austens und ihrer Familie entstand.

Detailreich wird das Leben der britischen Autorin, aber auch das ihrer Vorfahren, geschildert. Beginnend mit den Austens und Leighs im 17. Jahrhundert, über Janes Kindheit und Jugend, Bath, Southhampton und Chawton, bietet diese Biographie eine Fülle überraschender Lektionen. Besonders hilfreich ist auch die umfassende Chronologie, die dem Textteil vorangestellt ist

Beck, Angelika: Jane Austen. Leben und Werk in Texten und Bildern, (insel Taschenbuch 1620), Insel Verlag Frankfurt am Main/Leipzig 1995.

Angelika Becks Jane-Austen-Biographie ist eine hervorragende Lektüre für alle, die sich bislang weniger mit Leben der Autorin beschäftigt haben oder eine nicht zu detaillierte Einführung wünschen. Beck verbindet in ihrem Buch Leben und Werk Jane Austens mit Aquarellen, Stichen, Zeichnungen, Porträts der Familienangehörigen, Landschaftsbildern et cetera, die einen Einblick in die Zeit und die Welt Jane Austens bieten. In kurzen Texten zur jeweiligen Abbildung schildert Beck wichtige Ereignisse, aber auch Anekdoten, die ein etwas anderes Bild von Jane Austen zeichnen als das landläufig bekannte.

Natürlich konnte nicht jeder Lebensabschnitt Jane Austens mit Darstellungen ihrer Person bebildert werden. Sowohl was persönliche Äußerungen als auch Bildnisse angeht, ist die  Materialgrundlage schlicht sehr dünn. Dies liegt zum Teil auch daran, dass Jane Austens Familie, vor allem ihre Schwester Cassandra, Briefe vernichtet haben, die einen zu intimen Einblick in die Gedanken ihrer Verwandten erlaubt hätten. Zum anderen wird es wohl auch Jane Austens Wesen zuzuschreiben sein, dass so wenige Abbildungen auf uns gekommen sind. Dennoch ist es Angelika Beck anhand der überkommenen Quellen gelungen, in 136 kurzen Kapiteln ein lebendiges Bild der britischen Autorin zu zeichnen.